7. Februar 2013

Trainer sind auch nur Menschen! – Stress und Burnout im Traineralltag


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von Diplom-Psychologin Marion Sulprizio

Ein (Fußball-) Trainer hat in seinem Alltag eine Vielzahl von Stressoren zu bewältigen. So muss er viele Rollen erfüllen und verschiedenen Ansprüchen gerecht werden. Er muss z.B. Regisseur und Trainingsgestalter, aber auf der anderen Seite auch Ansprechpartner für die Spieler und möglicherweise sogar väterlicher Freund oder Mentor sein. Außerdem trägt der Trainer in der Endkonsequenz die Verantwortung für das Abschneiden seiner Mannschaft und – obwohl er niemals direkt eingreifen kann – ist er meist der Erste, der den Verein verlassen muss, wenn eine Serie an Niederlagen auf dem Papier steht. Dieser Druck von außen bei gleichzeitiger Unkontrollierbarkeit der Sportlerleistung ist ein wesentlicher Faktor für das Stresserleben von Trainern. Aber auch soziale Umstände wie z.B. das dauernde oder teilweise Allein leben und getrennt sein von der Familie kann eine starke Belastung für den Trainer darstellen.

Es gibt aber auch Faktoren, die in der Persönlichkeit des Trainers begründet liegen, und die in Kombination mit den oben genannten Umweltbelastungen zu Stress, Burnout oder Depression führen können. So sind Perfektionismus und die überzogene Angst vor Fehlern Persönlichkeitseigenschaften, die in zwanghafter Ausrichtung sehr viel Energie erfordern, wobei es im Trainings- und Wettkampfzyklus häufig zu unvorhergesehenen und wenig kontrollierbaren Situationen kommt (z.B. Verletzung des Leistungsträgers, schlechte Tagesform einzelner Spieler, Infektionen oder Grippewelle im Team). Aber auch die Zufriedenheit mit der eigenen Situation – finanziell und sportlich – spielt eine große Rolle dabei, ob ein Trainer psychisch gesund bleibt.

In einer Studie der DSHS Köln mit 70 Deutschen Spitzentrainern zeigte sich, dass diese sich im Durchschnitt nicht übermäßig stark belastet fühlen. Dennoch gab es Einzelfälle, die klare Anzeichen von Burnout zeigten. Ein zentrales Ergebnis war außerdem, dass die Trainer sich als besonders leistungsfähig erlebten, wenn ihre Grundbedürfnisse nach Autonomie, sozialen Beziehungen und erlebter Kompetenz im Rahmen ihrer Arbeit befriedigt werden. Wenn hingegen die Bedürfnisse nach Autonomie und Beziehung nicht befriedigt sind, dann empfinden Trainer erhöhte Anspannung. Cheftrainer erleben erwartungsgemäß mehr Autonomie als Assistenztrainer. Trainer, die mit dem Erreichten zufrieden sind, erleben weniger Sorgen und mehr Freude. Räumlich von ihren Familien getrennt lebende Trainer erleben weniger Freude.

Für Vereine und Verbände bedeutet das, dass diese ihren Trainern (auch den Assistenztrainern) „optimale Arbeitsbedingungen“ schaffen sollten. Beispielsweise sollte das soziale Umfeld weitgehend erhalten bleiben, also der Familie ein Umzug ermöglicht werden. Es sollten aber auch Möglichkeiten für Trainer geschaffen werden, professionelle Hilfe bei Stressbelastungen in Anspruch zu nehmen. Hier bietet sich ein Netzwerk aus psychologischen oder bei klinischen, d.h. schwerwiegenden Störungen, auch psychotherapeutischen und psychiatrischen Fachkräften an.
Ein neuer Gedanke ist auch, dass Trainer vermehrt geschult werden, wie sie ihre eigenen Ressourcen stärken können, damit Stress und Belastung nicht unbedingt zu Burnout und Erkrankung führen. So sollten beispielsweise auch Trainer Entspannungsverfahren erlernen, sich und ihre eigenen Ansprüche und Ziele selbst reflektieren, oder sich in Fortbildungen und Workshops mit „Gleichbetroffenen“ austauschen.

8. Januar 2013

Brauchen junge SpielerInnen schon „Psycho-Training“?


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von Frau Dr. Jeannine Ohlert

Wie wichtig ein „starker Kopf“ für einen Fußballer ist, wird besonders in Zusammenhang mit den jüngsten Burnout-Fällen immer häufiger diskutiert. Hierbei stellt sich jedoch die Frage, was ein mentales Training für Jugendliche konkret bezweckt und wann man mit diesem Training beginnen sollte.

Junge Fußballer sind heutzutage der hohen Belastung aus Schule einerseits sowie Training und Punktspielen andererseits ausgesetzt. Hierbei geht es für sie um die Weiterentwicklung ihrer Leistung evtl. bis zum Profi, aber auch darum, mit dem hohen Druck bei Spielen umzugehen. Weiterhin stecken jugendliche Fußballer noch mitten in ihrer Persönlichkeitsentwicklung und sollten vom Verein bzw. Verband, die diese Entwicklung nachhaltig beeinflussen, auch im Aufbau der eigenen Persönlichkeit unterstützt werden. Aus den genannten Gründen sollte die sportpsychologische Betreuung von jungen Fußballern drei verschiedene Dinge berücksichtigen: 1.) Stärkung psychischer Ressourcen für den Leistungsfußball, 2.) Unterstützung der allgemeinen Persönlichkeitsentwicklung, sowie 3.) Strategien zur optimalen fußballerischen Leistungsentwicklung.

1.) Stärkung psychischer Gesundheitsressourcen für den Leistungsfußball

Die Stärkung psychischer Gesundheitsressourcen lehnt sich in erster Linie an das von Antonovsky entwickelte Modell der Salutogenese an. Antonovsky plädiert in seinem Modell dafür, nicht die Krankheit in den Vordergrund zu stellen und Menschen erst dann zu helfen, wenn sie bereits krank geworden sind. Im Gegenteil sollte die Gesundheit eines Menschen zentral sein. Bezogen auf jugendliche Fußballer würde dies demnach bedeuten, dass man nicht wartet, bis die Spieler tatsächlich psychische Probleme haben, sondern ihnen vorher schon Strategien beibringt, wie sie sich später einmal in typischen kritischen Situationen selbst helfen können.

2.) Unterstützung der allgemeinen Persönlichkeitsentwicklung

Jedes Jahr steigen unzählige junge Fußballer wieder aus dem Leistungssport aus und beenden aus verschiedenen Gründen ihre Karriere. Besonders für diese Spieler, aber auch für erfolgreiche Fußballer ist es unabdingbar, sich neben den sportspezifischen Anforderungen auch mit der allgemeinen sozialen Entwicklung „für den Alltag“ auseinander zu setzen. Ein sportpsychologisches Training sollte an dieser Stelle einhaken und junge Fußballer durch die Vermittlung von „Lebensstrategien“ darin unterstützen, sich auch als Persönlichkeit weiter zu entwickeln.

3.) Strategien zur optimalen fußballerischen Leistungsentwicklung

Selbstverständlich geht es bei sportpsychologischem Training auch um die Leistungsentwicklung eines Fußballers. Die Sportpsychologie kann hier dem Spieler bewusst machen, inwiefern seine Gedanken seine Leistung beeinflussen. In einem zweiten Schritt können anschließend Strategien entwickelt werden, damit der Spieler lernt, seine Gedanken gezielt zu steuern. Auf diese Weise wird ihm dabei geholfen, genau dann seine beste Leistung zu zeigen, wenn er sie im wichtigen Punktspiel benötigt.

Optimaler Zeitpunkt für den Beginn sportpsychologischen Trainings

In dem Moment, in welchem junge Fußballer sich ernsthaft für den Leistungssport entscheiden, wenn sie in höhere Ligen wechseln und sich den speziellen Drucksituationen stellen, kann und sollte auch ein sportpsychologisches Training beginnen. Da es nicht um die Behandlung konkreter psychische Probleme geht, ist es gerade bei jungen Fußballern auch problemlos möglich, sportpsychologisches Training in Gruppenworkshops durchzuführen, in welchen die Spieler z.B. den richtigen Umgang mit Fehlern, Strategien für gute Leistung unter Druck oder auch die richtige Vorgehensweise bei Problemgesprächen beigebracht bekommen. Es lässt sich daher mit vergleichsweise geringem finanziellen Aufwand für die Vereine umsetzen.

13. November 2012

Junge Talente fördern im Fußball


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Dipl.Sportwiss. Moritz Anderten

Wer ein erfolgreicher Fußballer werden will, muss seine Karriere bereits in der frühen Jugend starten. Speziell in dieser Lebensphase ergeben sich aber viele Anforderungen, mit denen der junge Spieler umgehen muss.

Bei einer genaueren Analyse der Umgebungsbedingungen junger Talente treten vier Bereiche hervor, in denen durch sportpsychologisches Coaching notwendige Ressourcen im Sinne einer optimalen Förderung erschlossen werden können. In diesem Beitrag werden die Bereiche (I) mentale Basiskompetenzen, (II) Leistungssport und Schule, (III) das soziale Umfeld und (IV) die Persönlichkeitsentwicklung betrachtet.

Unter mentalen Basiskompetenzen werden hier grundlegende Fertigkeiten verstanden, die junge Sportler befähigen, sich mit sportartspezifischen Herausforderungen im Training und im Wettkampf lösungsorientiert auseinandersetzen zu können. Dazu gehören unter anderen die Fähigkeiten Konzentration, Visualisierung, Emotionsregulation, Entspannung, Zielsetzung, und Reflexion.
Sportler, die in diesem Bereich parallel zum körperlichen Training in kontinuierlicher Zusammenarbeit mit einem Sportpsychologen besondere Stärken entwickeln, schaffen gute Voraussetzungen für späteren Erfolg –nicht nur im Sport.

Der zweite Bereich fokussiert das Zusammenspiel zwischen Leistungssport und Schule. Offensichtlich sehen sich junge Talente in diesem Kontext häufig mit massiven Anforderungen konfrontiert, die zwangsläufig zu inneren und äußeren Konflikten führen (müssen). Innerlich fühlen sich die Jugendlichen zwischen den Verpflichtungen hin- und hergerissen. Um beiden Seiten gerecht zu werden, müssen oft unlautere Kompromisse eingegangen werden, die mittelfristig negative Folgen wie zum Beispiel Schlafmangel mit sich bringen.

Ein Praxisbeispiel: Durch die Schulsituation (Ganztag und G8) haben die Sportler weniger Zeit für das tägliche Training und daraus resultierend ein Zeitproblem, ihre Hausaufgaben zu erledigen. Diese werden dann in die späten Abendstunden verlegt, so dass am Ende des Tages keine Zeit bleibt, andere Bedürfnisse (Freunde, Familie) zu stillen.

Um dieses Stresspotential zu minimieren können junge Talente lernen, mit der knapp bemessenen Zeit besser umzugehen. Durch ein Training des Zeitmanagements kann vielen schulischen und sportlichen Problemen aus dem Weg gegangen werden. Die angesprochenen äußeren Konflikte (mit Freunden, Lehrern, Trainern oder Eltern) wird ebenfalls Vorbeuge geleistet.

Damit gelingt der Übergang in den dritten Bereich, den gesamten sozialen Kontext. Für junge Leistungssportler ist das Gefühl, sich in einem unterstützenden Umfeld zu bewegen, sehr wichtig. An erster Stelle muss hier die Familie erwähnt werden. Aus sportpsychologischer Sicht nimmt die konstruktive Arbeit mit den Eltern zu. Sie übernehmen gerade im Jugendalter eine Reihe wichtiger Funktionen im Kontext Leistungssport. Wenn Eltern ihre Kinder in all den Anforderungen, die der Fußball mit sich bringt, unterstützen und ehrliches Verständnis aufbringen, können die Jungprofis sorgenfrei ihre Leistungsvermögen entwickeln und dieses dann schließlich im Wettkampf auch entfalten. In ähnlicher Weise ist auch die Akzeptanz für den Sport durch einen intakten Freundeskreis von großer Bedeutung. Aus den hier angerissenen Bereichen erschließt sich der vierte, die Persönlichkeitsentwicklung. Je genauer sich ein junger Sportler übergeordnete Fragen seines Handelns beantworten kann, desto organisierter kann er seine Leistungsentwicklung vorantreiben. Zum Beispiel kann ein Sportler besser mit kritischen Situationen umgehen, wenn er sich seiner Rolle oder seiner Verantwortung im Team bewusster ist. Oder er empfindet möglichweise sehr dichte Wettkampfphasen viel weniger belastend, wenn er sich der Wichtigkeit seines Sports für sein Leben bewusst ist. Bereits in jungen Jahren ein aktualisiertes Lebenskonzept zu haben hilft, sich für den Leistungssport zu entscheiden und sich mit den spezifischen Herausforderungen zu identifizieren.

5. Oktober 2012

„Wir sind einzigartig!“ Aber wer genau ist dieses ‚wir’?


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Christian Zepp, Psychologisches Institut der Deutschen Sporthochschule Köln

Wenn Spieler von ihrer Mannschaft sprechen, wird wie selbstverständlich vom ‚wir’ gesprochen. Dabei ist häufig für die Spieler und Trainer nicht direkt greifbar, was eigentlich genau hinter diesem ‚wir’ steckt.

Das ‚wir’ spiegelt wider, dass sich Spieler zu einer bestimmten Mannschaft zugehörig fühlen, sich untereinander ähnlich sind, sich mögen und sich mit der Mannschaft und den anderen Spielern identifizieren. Für diese Identifizierungsprozesse sind Merkmale von hoher Bedeutung, die aus der individuellen Sicht der Spieler die Mannschaft charakterisieren. Diese Merkmale beschreiben wahrgenommene Ähnlichkeiten und Unterschiede sowohl innerhalb der eigenen Mannschaft als auch in Abgrenzung zu anderen Mannschaften, und werden bei jedem einzelnen Spieler im Kopf als Gesamtbild dargestellt. Dieses Bild wird auch als der Prototyp der Mannschaft bezeichnet. In der Regel teilen die Spieler dasselbe Bild der Mannschaft, wobei dies teilweise bewusst und teilweise auch unbewusst geschehen kann. Nehmen die Spieler bei ihren Mitspielern und bei der gesamten Mannschaft einheitlich die gleichen Merkmale wahr kann sich dies unter anderem auf die Identifikation mit der Mannschaft, die Effektivität und Intensität der Kooperation, den Zusammenhalt und die Führung innerhalb der Mannschaft auswirken, was wiederum Einfluss auf den Erfolg hat.

Die Befragung von fast 300 Fußballspielern hat gezeigt, dass aus Sicht der Spieler eine ganze Reihe von Merkmalen als charakteristisch für die eigene Mannschaft angesehen wird. Sortiert man diese Merkmale, zeigen sich vier übergeordnete Bereiche, in denen sich Fußballmannschaften zu beschreiben: (1) soziale Merkmale, (2) psychische Merkmale, (3) sportspezifische Merkmale und (4) ökologische Merkmale.
Häufigkeitsanalysen der Merkmalsnennungen zeigen, dass das ‚wir’ der Mannschaft besonders häufig über Merkmale beschrieben wird, welche soziale, psychische und ökologische Aspekte der Mannschaft betreffen. Dabei wird der Zusammenhalt der Mannschaft und das Gefühl, ein Team zu sein (soziale Merkmale), gemeinsam klare Ziele zu verfolgen und Spaß zu haben (psychische Merkmale) und die Zusammensetzung der Mannschaft in Hinblick auf Alter, Kadergröße, Spielerfahrung, Herkunft der Spieler (ökologische Merkmale) besonders häufig erwähnt.

Die Studienergebnisse zeigen auch, dass Spieler die häufig Merkmale nennen, welche die Zusammengehörigkeit und den Spaß innerhalb der Mannschaft beschreiben sich gleichzeitig stärker mit der Mannschaft identifizieren als Spieler, welche die Mannschaft als weniger zusammengehörig wahrnehmen.
Weiterhin scheint die Zusammengehörigkeit in kleineren Mannschaften (<20 Spieler) deutlich häufiger Teil des ‚wir’ zu sein als in größeren. Erklären lässt sich dies damit, dass in kleineren Mannschaften die Möglichkeit größer ist, dass alle Spieler miteinander reden und sich Freundschaften bilden können, die auch über den Sport hinausgehen.
Für Mannschaften, die in der oberen Tabellenhälfte stehen oder deren Saisonziel ein Platz im oberen Tabellendrittel ist, sind im Gegensatz zu anderen Mannschaften vor allem auch die körperlichen und taktischen Fähigkeiten der Spieler wichtige Eigenschaften des ‚wir’. Erfolg scheint also eng damit verbunden zu sein, die sportlichen Fähigkeiten der Mannschaft als typische Eigenschaften einzuschätzen, während die Zusammengehörigkeit anscheinend etwas in den Hintergrund rückt.
Wie zu Beginn beschrieben, steht der Prototyp einer Mannschaft in engem Zusammenhang mit der Identifikation der Spieler mit ihrer Mannschaft, der Effektivität der Kooperation unter den Spielern, den Zusammenhalt und die Effektivität der Führung innerhalb der Mannschaft. In der Folge lässt sich festhalten, dass der Prototyp Einfluss auf den Erfolg einer Mannschaft hat. Entsprechend ergeben sich aus den vorgestellten Studienergebnissen einige Hinweise für die praktische Arbeit mit Mannschaften. Da für die Beschreibung des ‚wir’ besonders die Zusammengehörigkeit und die Wahrnehmung positiver Emotionen wichtig zu sein scheinen, sollten diese Bereiche im Hinblick auf die Verbesserung der Identifikation der Spieler mit der Mannschaft vom Trainer gefördert werden. Um eine möglichst hohe Zusammengehörigkeit zu erreichen, sollte auch darauf geachtet werden, dass die Mannschaft nicht aus zu vielen Spielern besteht, da es in kleineren Mannschaften für die Spieler deutlich einfacher ist, effektiv und eindeutig miteinander zu interagieren und zu kommunizieren. Zusätzlich dazu sollte eine Mannschaft gemeinsam entwickelte Ziel besitzen mit denen sich alle Spieler identifizieren können, da sich diese Identifikation wiederum auf die Motivation auswirkt. Schließlich zeigen unzählige Beispiele aus dem Sport, dass meist jene Mannschaften erfolgreich sind, welche sich durch eine hohe Zusammengehörigkeit, den gemeinsamen Spaß, gemeinsame Ziele und ein positives Wir-Gefühl auszeichnen.

3. September 2012

Psychische Gesundheit – nicht nur im Leistungssport wichtig!


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von Marion Sulprizio & Simon Borgmann (Psychologisches Institut der Deutschen Sporthochschule Köln)

Sebastian Deisler, Robert Enke, Markus Miller und Ralf Rangnick … – dies sind nur einige Namen, die im Zusammenhang mit psychischen Problemen im Profi-Sport stehen. Besonders in den letzten Jahren wurde in den Medien immer wieder über psychische Belastungen von Leistungssportlern berichtet und eine Förderung der psychischen Gesundheit gefordert. Doch was ist „psychische Gesundheit“? Warum ist sie nicht nur im Leistungssport wichtig? Und was wird wirklich dafür getan?

Psychische Gesundheit bezeichnet einen Zustand des Wohlbefindens, in dem der Einzelne seine individuellen Fähigkeiten ausschöpfen und die normale Lebensbelastung bewältigen kann. Im Leistungssport nehmen diese Lebensbelastungen jedoch einen höheren Stellenwert ein. Neben den hohen körperlichen Ansprüchen spielen die psychischen und sozialen Belastungen, wie z.B. Stress oder Druck durch die Medien eine große Rolle. Diese hohen Belastungen können zu einer potentiellen Gefährdung der psychischen Gesundheit der Sportler führen. Neben bestimmten Persönlichkeitseigenschaften wie z.B. Perfektionismus und Ehrgeiz, spielen auch fehlende physische, psychische und soziale Ressourcen eine Rolle bei der Entstehung von psychischen Erkrankungen.
Verschiedene Studien bestätigen die Gefahr von Leistungssportlern psychisch zu erkranken. Nach Thiel et al. (2012) leiden mindestens 20% der Leistungssportler zweitweise an depressiven Verstimmungen. In einer Umfrage des Fußballmagazins „kicker“ zu Beginn dieses Jahres fühlten sich 6,7 % der Spieler der 1. Bundesliga schon einmal in ihrer Karriere von einer Depression oder Burnout betroffen. Darüber hinaus fühlte sich fast jeder fünfte Spieler nicht ausreichend psychologisch betreut. Und auch bei einer Studie im Nachwuchsbereich gaben beinahe die Hälfte aller befragten Leistungskader-Fußballerinnen Schlafstörungen an, die ein Verhaltenskorrelat für psychische Störungen sein können.

Vereine zahlen für ihre Spieler große Summen und erhoffen sich daher eine bestmögliche Leistung ihres Teams. Dafür trainieren die Sportler täglich, um ihre physischen Eigenschaften zu verbessern und auf einem hohen Niveau zu halten. Neueste trainingswissenschaftliche Erkenntnisse zur Trainingslehre werden herangezogen und benutzt. Aber: Wo bleibt das „Training“ der psychologischen Fähigkeiten? Wie werden Ressourcen zum Umgang mit sozialen und psychischen Belastungen gestärkt, wie beispielsweise bei Druck durch Medien oder durch eigene Ansprüche nach Verletzungen? Sobald psychische Probleme auftreten und die psychische Gesundheit eines Sportlers dadurch gefährdet ist, kann er seine Fähigkeiten nicht optimal ausschöpfen. Einfach ausgedrückt heißt das, dass er nicht 100% Leistung auf dem Spielfeld bringen kann. Durch Erwartungen der Fans, Medien und des Vereins kann das zu einem Teufelskreis führen, wobei die psychischen Probleme größer werden und die Leistung weiter abnimmt. Der Druck und die ständige Beobachtung durch die Medien führen auch dazu, dass öffentliche Outings zum Thema depressive Erkrankung und Burnout immer noch eine Ausnahme sind. Viele Sportler befürchten eine negative, öffentliche Beurteilung und ein Ende ihrer Karriere.

Durch die Netzwerkinitiative MentalGestärkt (www.mentalgestaerkt.de) ist ein erster Schritt zum Umdenken erfolgt. MentalGestärkt will die psychische Gesundheit im (Leistungs-)Sport erhalten und fördern sowie psychische Probleme mindern. MentalGestärkt versteht sich als Ansprechpartner für Sportler, Trainer und Angehörige und vermittelt bei psychischen Problemen eine angemessene sportpsychologische Betreuung oder Psychotherapie. Außerdem werden im Sinne der Salutogenese besonders junge Sportler und Athleten in Workshops geschult, wie sie mit Stress, psychischen Belastungen oder Wettkampfangst umgehen können.

Die psychische Gesundheit von Athleten, egal ob Topniveau oder Kreisliga, muss stärker beachtet und Verantwortliche für dieses Thema sensibilisiert werden. Denn es gilt: Nur wer sich wohlfühlt und psychisch gesund ist, kann Bestleistungen bringen.

16. Juli 2012

Ist schlechte Leistung ansteckend? Zur sozialen Ansteckung in Fußballmannschaften


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Martin Boss, Diplom-Sportwissenschaftler am Psychologischen Institut der Deutschen Sporthochschule Köln

Nahezu jeder Spieler, Trainer oder Anhänger einer Mannschaft wird Spielverläufe erlebt haben, bei denen ein bereits gewonnen geglaubtes Spiel doch noch verloren ging oder ein bereits verloren geglaubtes doch noch gewonnen werden konnte. Die Presse titelt bei solch dramatischen Auseinandersetzungen häufig mit „Das Spiel kippte unerwartet“ und meist bleibt es bei wagen Erklärungsversuchen.
Doch wo liegen nun die Ursachen für solche Szenarien? Konfrontiert man aktive Spieler mit dieser Frage, so stellt sich dabei heraus, das sowohl externe Faktoren, die den Schiedsrichter oder die Fans betreffen, als auch interne Faktoren, wie unklare Rollenzuweisungen innerhalb der Mannschaft, unangemessenes Verhalten einzelner Teammitglieder oder eine ungünstige Kommunikation zwischen den Spielern für ein kollektiven Versagen der gesamten Mannschaft in Frage kommen. Innerhalb der internen Faktoren ist immer wieder von „ansteckenden Effekten“ innerhalb eines Teams die Rede.
Im Bezug darauf konnte eine Forschergruppe aus Großbritannien herausfinden, dass wenn wir einen unserer Teampartner bei seinem emotional ausgelassenen (Tor-)Jubel beobachten, unsere eigenen Leistungsvoraussetzungen und schließlich unsere eigene Leistung steigt. Sie begründen: Wenn wir eine positiv-konnotierte emotionale Reaktion von einem unserer Teampartner beobachten, erhöht das unser eigenes Selbstbewusstsein und löst gleichzeitig Antizipationen aus, das Spiel als Team zu gewinnen.
Doch was passiert bei der Wahrnehmung negativ-konnotierter Verhaltensweisen, z. B. wenn einem Teampartner völlig unerwartet vermeidbare Fehler passieren? Interessanterweise führt dies nicht direkt dazu, dass dadurch das eigene Selbstvertrauen beeinträchtigt wird – vielmehr verändern sich die Beziehungsqualitäten innerhalb des Teams, weil die schlechte Leistung des Partners eine hohe Frustration über den Partner und dessen Leistung auslöst. Dass negative Beziehungsqualitäten mit schlechterer Teamleistung einhergehen, ist sehr plausibel und gilt allgemein als bestätigt: Studien zeigen nämlich, dass je geringer der Zusammenhalt innerhalb einer Mannschaft ist, desto geringer ist auch deren Leistung – das gleiche gilt auch umgekehrt.

Dass sich unser Selbstbewusstsein erhöht, wenn wir eine gute Partnerleistung beobachten, und dass wir Beziehungsqualitäten abwerten, wenn wir eine schlechte Partnerleistung wahrnehmen, ist begründet durch selbstwertschützende Bewertungsmustern: Wir versuchen uns die Dinge, die wir wahrnehmen, stets so auszulegen, dass es günstig für uns, unser Selbstbewusstsein und unseren Selbstwert ist. Eine gute Leistung des Partners nehmen wir als Vorbild, das uns aufbaut, eine schlechtere Leistung des Partners weisen wir von uns und machen allein den Partner dafür verantwortlich.

Für die Praxis lassen sich aus diesen Prozessen Hinweise ableiten: Gelungene Aktionen sollten gefeiert werden, denn ausgiebiges Demonstrieren von Stolz verbessert die Leistungsvoraussetzungen des eigenen Teams und schwächt die der gegnerischen Mannschaft. Nicht gelungene Aktionen sollten nicht zu übermäßigem Ärger über den betroffenen Teampartner führen, da das ebenso die eigenen Leistungsvoraussetzungen ungünstig beeinflusst – eher sollte man an der eigenen Frustrationstoleranz arbeiten und seine Teampartner positiv bestärken.

22. Juni 2012

Kohäsion – Klebstoff für die Mannschaft


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Chloé Kleinknecht, Diplom-Sportwissenschaftlerin am Psychologischen Institut der DSHS Köln

Was braucht es eigentlich, damit eine Mannschaft erfolgreich ist?

Natürlich ist das fußballerische Können der einzelnen Spieler bedeutsam; aber kann das ausreichen, um einer Mannschaft Erfolg zu bringen? Reicht es aus, die besten elf Spieler der Welt zu vereinen, um eine unschlagbare Mannschaft zu formen?

Sportpsychologen würden diese Frage definitiv mit „nein“ beantworten. Neben dem fußballerischen Talent der einzelnen Spieler, der Spielintelligenz und dem taktischen Verständnis ist ein anderes Attribut ganz besonders wichtig. Nämlich das der Kohäsion, dem Klebstoff für die Mannschaft. Kohäsion bedeutet Zusammenhalt. Eine Mannschaft ist dann kohäsiv, wenn sie zusammenhält, wenn die einzelnen Spieler nicht nur einzelne Spieler sind, sondern eine Mannschaft bilden. Kohäsion kann also als Klebstoff für eine Mannschaft betrachtet werden.

Trainingspläne

Kohäsion ist das, was, die einzelnen Spieler zu einer Mannschaft werden lässt. Nur, was genau ist denn diese Kohäsion? Weswegen hält eine Mannschaft zusammen? Muss es so sein, wie Sepp Herberger sagt, dass eine Mannschaft 11 Freunde sein müssen? Grundsätzlich ist es so, dass Freundschaft ein Grund sein kann, weswegen eine Mannschaft zusammenhält. Die einzelnen Spieler mögen sich, treffen sich auch außerhalb ihres Sports und verbringen Zeit miteinander und fühlen sich in der Mannschaft, in der sie spielen, wohl. Diese Art von Zusammenhalt wird soziale Kohäsion genannt. Neben dem „sozialen Klebstoff“, gibt es auch noch einen Klebstoff bezüglich der „Aufgaben“ der Mannschaft. Logischerweise ist die Aufgabe einer Fußballmannschaft das Fußballspielen. Für einen Zusammenhalt der Mannschaft reicht das allein jedoch nicht aus. Mit Zusammenhalt bezüglich der gemeinsamen Aufgabe sind gemeinsame Ziele, Vorstellungen, Einstellungen und Verhaltensweisen gemeint. Nicht nur das gemeinsame Tun, sondern das gemeinsame Entscheiden, wie etwas getan wird, ist im Grunde das, was den Klebstoff ausmacht.

Hierbei ist es besonders wichtig, dass gemeinsame Ziele definiert werden. Diese Ziele können prozessorientiert sein, also Ziele wie, „Wir zeigen in allen Spielen ein großes Maß an Laufbereitschaft“, aber auch Ergebnisziele „Wir wollen Meister werden!“ sind damit gemeint. Bedeutsam ist, dass die Ziele vorher bestimmt und am besten schwarz auf weiß festgehalten werden. Neben klaren Zielsetzungen sind gemeinsame Einstellungen und Vorstellungen sowie das Befolgen bestimmter Regeln eine Hilfe, den Mannschaftszusammenhalt zu formen. Hilfreich kann im Sinne des Mottos „Wir sind ein Team“ auch das Tragen einheitlicher Trainingskleidung sein. Neben solchen recht einfachen Vorgaben, ist es für den Zusammenhalt einer Mannschaft weiterhin bedeutsam, dass die Rollen innerhalb der Mannschaft klar sind und von jedem einzelnen akzeptiert werden. Benedikt Höwedes´ Aussage bezüglich seiner Rolle in der Nationalmannschaft macht dies deutlich. „… Meine Rolle hier ist anders als auf Schalke. Da bin ich Kapitän, hier ordne ich mich ein“ (Kicker, 18.Juni 2012).

Trainer-Arbeitsbuch

Was braucht es nun also für eine erfolgreiche Mannschaft? Hilfreich ist es mit Sicherheit, dass die Spieler einer Mannschaft sich gut verstehen und im Sinne Sepp Herbergers auch Freunde sind, aber ebenso bedeutsam ist es, dass gemeinsame Ziele, Vorstellungen und Einstellungen in einer Mannschaft bestehen und von allen Spielern geteilt werden. Die Kohäsion dient als Klebstoff für die Mannschaft und trägt neben anderen Faktoren auch zum Erfolg einer Mannschaft bei.

5. Juni 2012

Wie viel Psycho-Training braucht eine EM-Vorbereitung?


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von Jens Kleinert
Universitätsprofessor am Psychologischen Institut der Deutschen Sporthochschule Köln

Psychologisches Training gehört zu einer Vorbereitung ebenso dazu, wie das Training der Kondition, der Technik oder der Taktik. Allerdings haben die meisten Menschen eine völlig falsche Vorstellung von “Psycho-Training”. In Wirklichkeit findet das Training psychischer Fähigkeiten bei jeder Trainingseinheit der Nationalmannschaft in unterschiedlichem Ausmaß statt. Genauer gesagt, trainieren die Nationalspieler ständig beispielsweise ihre Konzentrationsfähigkeit, Entscheidungsschnelligkeit, ihre Vorstellungen von Bewegungsabläufen und Laufwegen. Dies alles sind wichtige psychische Faktoren von Top-Leistung. Das Training mentaler Leistungskomponenten ist also ein selbstverständlicher Bestandteil jedes Trainings.

Technik- und Taktikübungen können die mentalen Fähigkeiten unterschiedlich stark beanspruchen. Übungen können nämlich so gestaltet sein, dass beispielsweise die Wahrnehmung oder das Entscheidungsverhalten für die Spieler bewusst erschwert werden und dadurch auch besonders trainiert werden. Wenn also eher die psychische Leistungsfähigkeit (und weniger die Technik oder Taktik) im Vordergrund des Trainings steht, sprechen wir von Psychologischem Training im eigentlichen Sinne. Auch dieses Training findet jedoch im Rahmen des üblichen Trainingsgeschehens statt. Das heißt, Trainer und Sportpsychologe überlegen gemeinsam, wie Psychologisches Training in das Mannschaftstraining integriert werden kann.

In manchen Fällen erhalten Spieler auch “psychologisches Sondertraining”. Häufig ist dies der Fall, wenn das Selbstvertrauen, beispielsweise in Folge einer Verletzung, gestärkt werden soll. Für verletzte Spieler ist es besonders wichtig, Vertrauen in den eigenen Körper zu bekommen oder wieder zu erlangen. “Psycho-Training” und “Konditionstraining” ergänzen sich hier also optimal und finden fast gleichzeitig statt. Während des Konditionstrainings lernt der ehemals verletzte Spieler seine Muskulatur oder seine Gelenke kräftig, stabil, also funktionsfähig und vertrauensvoll einzuschätzen. Oder anders: Eine gute Kondition fördert die Leistung erst dann, wenn der Spieler diese Kondition auch spürt und an sie glaubt.

Insgesamt gesehen ist der Glaube an sich selbst in der Vorbereitung auf ein großes Turnier eines der wichtigsten Trainingsziele. Im Normalfall sind Nationalspieler eher selbstbewusste, optimistisch denkende Menschen. Auch ein Rückschlag und Misserfolg, wie beispielsweise der von Bastian Schweinsteiger, wird gut verkraftet. Neue Ziele und mögliche positive Zukunftsaussichten helfen dabei, Misserfolge schnell zu verarbeiten. Leistungssportler haben gelernt mit Rückschlägen umzugehen, einfach deshalb, da Rückschläge in einer Sportkarriere häufig auftreten. Der Sportpsychologe hat hier –ebenso wie der Trainer– zuerst einmal die Aufgabe des Beobachters. Wirkt der Spieler gut gelaunt und zuversichtlich? Hat er Freude am Training und am Fußballspielen selbst? Fühlt er sich offensichtlich wohl im Team und ist er integriert? Erst dann, wenn über längere Zeit Stimmung und äußerer Eindruck eines Spielers negativ wirken, ist Handlungsbedarf. Zumeist wird dann über persönliche Gespräche die Lage näher hinterfragt und dann eventuell –und gemeinsam mit dem Spieler– eine Aufbaustrategie entwickelt.

Die Leistungsfähigkeit der Mannschaft ist jedoch in einem Mannschaftssport wie Fußball nicht allein eine Summe der Einzelleistungen. Sportpsychologisches Training ist daher auch immer Training der Mannschaftsstimmung und des Teamvertrauens. Beides, die Entwicklung einer positiven Teamstimmung und des Teambewusstseins findet sowohl im typischen Training statt als auch außerhalb des Trainingsplatzes. Das heißt, sowohl Gruppenübungen und gemeinsames Training können das Gefühl von Gemeinsamkeit verstärken als auch Aktivitäten außerhalb des Trainings. Trainer und Sportpsychologe machen sich im Vorfeld eines Turniers auch in dieser Hinsicht Gedanken und arbeiten sowohl Trainings- als auch Freizeitpläne aus, die das Teamgefühl und die Kooperation im Team stärken. Denn letztlich gewinnt zumeist das Team, was als ein Team kämpft, zusammenarbeitet und auftritt.

14. Oktober 2010

Mental-Übung Together we are strong


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Diese Mannschaftsbildende Mental-Übung wurde uns von unserem Mentaltraining-Experten Rüdiger Eck von SHT-Mentaltraining zur Verfügung gestellt.

Die Übung gibt es für angemeldete User als kostenlosen pdf-Download.

Oft überschätzen sich sogenannte Leistungsträger und unterschätzen aber gleichzeitig die Wichtigkeit aller übrigen Mannschaftsmitglieder total. Die nachfolgende Übung macht nicht nur riesigen Spaß, sondern zeigt „gnadenlos“ dass alle Spieler auf die anderen angewiesen sind, egal in welcher Position
oder Funktion sie spielen. So wie ein Uhrwerk, dass nur genau funktioniert, wenn ein Zahnrad in das andere greift, egal ob groß oder klein – das „Gesamtkunstwerk“ macht es zu einer funktionierenden und verlässlichen Uhr.

20. Januar 2010

Progressive Muskelentspannung


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Der Blog von Rüdiger Eck von SHT-Sport-Mentaltraining
Mit seiner Psychologischen Beratungspraxis in Heidelberg betreut er seit Jahren erfolgreich Sportler von der Kreisliga, über Nationalkader, bis hin zum Olympiasieger.

Sie haben Fragen oder Probleme? Problem-Corner

Viele von Euch haben schon festgestellt, dass wenn Ihr viel Stress habt, Ihr einen steifen und manchmal auch schmerzenden Nacken bekommt. Die Psyche reagiert bei Stress sehr stark auf den Körper und setzt sich gerne in den Muskeln fest – daher die Anspannung. Doch nicht nur im Nacken, sondern am ganzen Körper legt sich Stress auf die Muskeln (nicht immer so spürbar). Deswegen sind wir in unserem Bewegungsspektrum eingeschränkt und wir können den Körper nicht 100-tig einsetzen!

Diese Übung solltet Ihr daher fest in Euer Aufwärmprogramm integrieren:

Tipp: Übung als pdf-Dokument ausdrucken

Möglichst locker und bequem auf den Stuhl setzen. Die Beine sollten angewinkelt und parallel nebeneinander stehen und sich nicht gegenseitig berühren. Die Füße berühren den Boden. Die Arme einfach auf den Oberschenkel ablegen. Rücken und Nacken gerade halten, so dass es bequem ist. Alle Muskeln so locker wie möglich halten. Wichtig das man sich locker und wohl fühlt.
Alles noch mal überprüfen, ob alles bequem und locker ist und gegebenenfalls korrigieren. Augen schließen und auf die Atmung achten:
-einatmen und ausatmen -einatmen und ausatmen …
Mit jedem Atemzug wird man ein wenig ruhiger
Nun beide Hände und Unterarme gleichzeitig anspannen, indem man beide Hände zu Fäuste ballt:

- Fäuste ballen – Spannung halten – halten –

und wieder locker lassen -. ganz locker und das angenehme Gefühl genießen, wenn sich die Muskulatur ganz von selbst entspannt und locker wird. Achtet auf die Empfindungen in den Unterarmen und Händen, in den Daumen, Zeigefingern, Mittelfingern, Ringfingern und den kleinen Fingern
-Übung wiederholen-
Jetzt beide Oberarme gleichzeitig anspannen Ellbogen anwinkeln als ob man Muskeln zeigen will:
- anspannen – Spannung halten – halten
- und wieder locker lassen – ganz locker
Beide Arme wieder auf die Oberschenkel ablegen.
Beide Arme sind jetzt ganz locker und entspannt.
Man spürt wie die Oberarme schwerer werden , Unterarme und Hände
fest auf den Beinen aufliegen
-Übung wiederholen-
Nun tief in den Brustkorb hineinatmen und dabei die Schultern hochziehen – die Spannung halten und auf die Muskelbereiche im Brust und Schulter- und Rückenbereich achten
Spannung halten – halten -
ausatmen und wieder locker lassen
Genießen, wie die Spannung ganz von selbst und deutlich nachlässt
Beide Arme sind jetzt ganz locker und entspannt.

-Übung wiederholen-

Jetzt mit der Konzentration auf die Gesichtsmuskulatur:
Das ganze Gesicht, also versuchen die Stirn, Nase, Wangen und Augenmuskulatur gleichzeitig anzuspannen:
- Mundwinkel nach oben ziehen – Nase rausziehen – Augenbraune zusammenziehen – anspannen Spannung halten – halten –
und wieder locker lassen und spüren, wie sich jetzt alle Muskelbereiche langsam und ganz von selbst entspannen.

-Übung wiederholen-

Jetzt beide Beine ganz gerade nach vorne strecken, die Fersen liegen dabei auf dem Boden auf.
Die Oberschenkel und Sitzmuskeln anspannen
Spannung halten – halten – und wieder locker lassen
Man spürt, wie die Spannung vom Gesäß an, bis in die Beine hinein deutlich nachlässt

-Übung wiederholen-

Jetzt versuchen alle bisher angesprochenen Muskelbereiche gleichzeitig anzuspannen:

Fäuste ballen ( halten und jeweils zusätzlich) Arme anwinkeln , Schultern an die Ohren, Mundwinkel an die Ohren, Augenbraun zusammen, Nase nach vorne,

Beine lang strecken, Zehenspitzen nach vorne strecken, Oberschenkel und Sitzmuskulatur anspannen, tief einatmen, Schultern nach oben ziehen Fäuste ballen, die Gesichtsmuskulatur anspannen Spannung halten – halten –
-Übung wiederholen-

und wieder locker lassen
-Übung wiederholen-

Tief durchatmen und in eine bequeme Sitzhaltung zurücksinken lassen
Die Ruhe ein Moment lang genießen Arme und Beine dehnen und strecken, Augen öffnen !!!

Viel Erfolg mit dieser Übung wünscht Rüdiger Eck!